
zwei Meßschleifen für einen Oszillografen nach Siemens-Blondel für 820 Hz
Datierung
um 1910
Hersteller
Siemens & Halske AG (1897 - 1966)
Verwender
Kaiserliche Reichspost, Telegraphen-Apparatamt (1914 - 1920)
Verwender
Deutsche Reichspost, Telegraphentechnisches Reichsamt (TRA) (1920 - 1928)
Herstellungsort
Berlin
Material
Metalle in samtausgeschlagenem Kästchen
Farbe
messingfarbig; silberfarbig
Objektmaß Zylinder (d x h mm)
30 x 150 mm
Gewicht
0,2 kg
Systematik
Messgeräte/Messgeräte für elektrische Größen/Messgerät für Strom und Spannung
Seriennummer
821 (auf Rand)
Schild
Muster // des // T. Ap. A. (angehängt)
Seriennummer
4219 (auf Rand)
technische Hinweise
Zur Beachtung: Die Handhabung der Messchleifen erfordert wegen der mechanischen Empfindlichkeit des schwingenden Systems grösste Vorsicht. Die Messchleifen sind vor Erschütterungen, namentlich beim Einsetzen in den Elektromagneten, absolut zu schützen und nach Gebrauch entweder im Elektromagneten zu belassen oder in das Etui zurückzulegen. Ist eine Messchleife mit beigegebenen Öl befüllt worden, so kann solches in der Messchleife längere Zeit verbleiben (bei Gelbfärbung evtl. zu erneuern!), jedoch darf die Messchleife in gefülltem Zustande nicht liegend aufbewahrt werden, um ein Herauskriechen des Öles zu vermeiden. Soll die mit Öl gefüllt gewesene Messchleife zu Versuchen ohne Dämpfung verwendet werden, so ist dieselbige vorher gründlich mit Benzin auszuspülen.
Objektart
Original
Inventar-Nr.
4.0.25315
Lichtstrahl-Oszillographen werden für die Aufzeichnung oder die direkte Betrachtung schneller elektrischer Signale verwendet. Sie ermöglichen es, sehr dynamische Vorgänge und hohe Frequenzen zu betrachten bzw. aufzuzeichnen. Sie arbeiten ähnlich wie Linienschreiber, doch im Prinzip handelt es sich um ein Galvanometer, dessen Lichtzeiger durch rotierende Prismenspiegel zeitlich abgelenkt und auf einen Projektionsschirm oder Fotopapier gelenkt wurde.
Der 1893 von Blondel erfundene Schleifenoszillograf besteht aus einer hellen Bogenlampe als Lichtquelle für den Schwingspiegel der Messschleife, der Messschleife mit ihrem Schwingspiegel, einem Drehspiegel mit synchronisiertem Elektromotor zum zeitlichen Auseinanderziehen der Lichtstrahlen, einem mattierten Beobachtungsschirm zur Betrachtung der Lichtstrahlen und einer Fotoeinrichtung mit Trommel für zeitlich versetzte Mehrfachaufnahmen.
Die Messschleife selbst besteht aus einer Schleife von sehr dünnem Metalldraht, die durch den Spalt eines Dauermagneten geführt wird. Dabei wird der Metalldraht über eine Elfenbeinrolle geführt und über zwei Stege wie zwei Saiten durch eine Feder gespannt. Auf den Draht ist der Spiegel gekittet, der sich entsprechend den Bewegungen (Auslenkungen) der Schleife im Magnetfeld des Dauermagneten dreht. Dessen Magnetfeld verläuft im Luftspalt quer zur Lichtzeigerrichtung.
Die in einem Messingrohr gelagerte Messschleife ist in einen unten abgeschlossenen Messingtopf geschoben, in dessen Mitte sich eine luft- und öldicht eingesetzte Plankonvexlinse für den Lichtstrahl befindet und hinter der der auf der Messschleife befestigte Spiegel liegt. In der Regel muss für die Messungen die Bewegung des Spiegels gedämpft werden. Dazu kann das Gehäuse nach Bedarf mit Paraffinöl oder dickflüssigem, farblosen Rizinusöl gefüllt werden.
Der Schleifenoszillograf nach Blondel kostete im Jahre 1912 je nach Ausführung zwischen 2.000,- und 2.500,- Mark, eine einzelne dieser Messschleifen kostete 130.- Mark.
Der 1893 von Blondel erfundene Schleifenoszillograf besteht aus einer hellen Bogenlampe als Lichtquelle für den Schwingspiegel der Messschleife, der Messschleife mit ihrem Schwingspiegel, einem Drehspiegel mit synchronisiertem Elektromotor zum zeitlichen Auseinanderziehen der Lichtstrahlen, einem mattierten Beobachtungsschirm zur Betrachtung der Lichtstrahlen und einer Fotoeinrichtung mit Trommel für zeitlich versetzte Mehrfachaufnahmen.
Die Messschleife selbst besteht aus einer Schleife von sehr dünnem Metalldraht, die durch den Spalt eines Dauermagneten geführt wird. Dabei wird der Metalldraht über eine Elfenbeinrolle geführt und über zwei Stege wie zwei Saiten durch eine Feder gespannt. Auf den Draht ist der Spiegel gekittet, der sich entsprechend den Bewegungen (Auslenkungen) der Schleife im Magnetfeld des Dauermagneten dreht. Dessen Magnetfeld verläuft im Luftspalt quer zur Lichtzeigerrichtung.
Die in einem Messingrohr gelagerte Messschleife ist in einen unten abgeschlossenen Messingtopf geschoben, in dessen Mitte sich eine luft- und öldicht eingesetzte Plankonvexlinse für den Lichtstrahl befindet und hinter der der auf der Messschleife befestigte Spiegel liegt. In der Regel muss für die Messungen die Bewegung des Spiegels gedämpft werden. Dazu kann das Gehäuse nach Bedarf mit Paraffinöl oder dickflüssigem, farblosen Rizinusöl gefüllt werden.
Der Schleifenoszillograf nach Blondel kostete im Jahre 1912 je nach Ausführung zwischen 2.000,- und 2.500,- Mark, eine einzelne dieser Messschleifen kostete 130.- Mark.
Zitiervorschlag
zwei Meßschleifen für einen Oszillografen nach Siemens-Blondel für 820 Hz, um 1910; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 4.0.25315,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/71cbe2cf-c5eb-45a3-8434-683d71b5a84b (zuletzt aktualisiert: 30.3.2025)