Bundschließe/ Schnüröse für umfangreiche Briefbunde der Deutschen Bundespost
Herstellungszeitraum
1955
Hersteller
unbekannt
Verwendungsort
Deutschland (BRD)
Farbe
mattgrau, beige
Material
Stahl, Hanfbindfaden
Objektmaß (b x h x t)
25 x 39 x 5 mm (ohne mehrfach geknotetes Band)
Gewicht
0,01 kg
Systematik
Brief- und Kleingutverkehr
eingeprägt
"BPI/55"
Objektart
Original
Inventar-Nr.
3.2017.1570
Schlagworte
Deutsche Bundespost, Briefverkehr, Schnüröse, Bundschließe
"Nach 1930 sind sind zum Verschnüren von Briefbunden und Beuteln im innerdeutschen Verkehr Bund- und Beutelschließen (früher als Schnürösen bezeichnet) eingeführt worden. Die Schließen bestehen aus einem Schnürteller, der aus rostfreiem Stahl hergestellt wird, und aus einer Schnur aus Hanfbindfaden, dessen Enden mit Cellonlack gehärtet werden, um sie gegen Aufdrehen zu sichern. Die Bundschließen werden in zwei Sorten geliefert, und zwar mit langer ungefärbter Schnur für umfangreiche Bunde oder mit kurzer rot gefärbter Schnur für normale Bunde. Für die Handhabung der Schließen gelten besondere Gebrauchsanweisungen mit einer bildlichen Darstellung der einzelnen Handgriffe. Beim Öffnen der Bunde und Beutel wird der Bindfaden abgewickelt; unzulässig ist es, den Bindfaden zu durchschneiden oder die Schließen abzustreifen. Auslandsbriefbunde einschließlich der Länderbunde und Auslandsbriefbeutel dürfen niemals mit Schließen verschnürt werden. Die Metallteile sind von fast unbegrenzter Lebensdauer; schadhafte Schnüre werden gegen Ersatzschnüre ausgewechselt. (...)"
(Handwörterbuch des Postwesens, 1953, S. 196)
Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen schrieb am 29. April 1966 an die Oberpostdirektionen und die Bahnpostoberbetriebsleitungen: "Der Verbrauch von Bundschließen hat in den letzten Jahren laufend zugenommen und eine Größenordnung erreicht, die deshalb nicht zu erwarten war, weil an vielen Stellen Abbindemaschinen eingesetzt worden sind. Die Verkehrszunahme im Briefdienst dürfte zu dieser Entwicklung nur zu einem geringen Teil beigetragen haben. Vielmehr ist anzunehmen, daß der große Bedarf auf mangelnden Rückfluß überzähliger Schließen und Verluste zurückzuführen ist, die verschiedene Ursachen haben können. Nach den Erfahrungen im Betriebsdienst werden immer wieder folgende Mängel und Verstöße festgestellt: (...) Die Schnur der Bundschließen wird (vor allem bei dicken Bunden) beim Abbinden geknotet oder unvorschriftmäßig verschlungen. Beim Eingang wird die Bundschließe abgestreift und verknotet beiseite gelegt. (...) Bei unsachgemäßer Lagerung geraten die Schließen durcheinander und bilden nicht ohne weiteres zu entwirrende Knäuel. Auch werden die entbehrlichen Schließen nicht immer zu Zöpfen geflochten, sondern nur behälfsmäßig unterhalb der Schnürösen zusammengebunden, wobei sich die Schnüre verwirren. (....)." Allein in 1965 wurden 11 Millionen Stück vom Posttechnischen Zentralamt beschafft, wobei eine Bundschließe 6,2 Pfennig kostete. Das Ministerium ersuchte die OPDn, "die Dienststellen erneut auf die beobachteten Mängel und Verstöße aufmerksam zu machen (...). Vor allem bitte ich, auch bei dem Personal das Verständnis dafür zu wecken, daß die Schließen nicht als Verbrauchsgegenstand behandelt werden können, da im Hinblick auf die großen Mengen ihr Vermögenswert bedeutend ist. (...)"
(Handwörterbuch des Postwesens, 1953, S. 196)
Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen schrieb am 29. April 1966 an die Oberpostdirektionen und die Bahnpostoberbetriebsleitungen: "Der Verbrauch von Bundschließen hat in den letzten Jahren laufend zugenommen und eine Größenordnung erreicht, die deshalb nicht zu erwarten war, weil an vielen Stellen Abbindemaschinen eingesetzt worden sind. Die Verkehrszunahme im Briefdienst dürfte zu dieser Entwicklung nur zu einem geringen Teil beigetragen haben. Vielmehr ist anzunehmen, daß der große Bedarf auf mangelnden Rückfluß überzähliger Schließen und Verluste zurückzuführen ist, die verschiedene Ursachen haben können. Nach den Erfahrungen im Betriebsdienst werden immer wieder folgende Mängel und Verstöße festgestellt: (...) Die Schnur der Bundschließen wird (vor allem bei dicken Bunden) beim Abbinden geknotet oder unvorschriftmäßig verschlungen. Beim Eingang wird die Bundschließe abgestreift und verknotet beiseite gelegt. (...) Bei unsachgemäßer Lagerung geraten die Schließen durcheinander und bilden nicht ohne weiteres zu entwirrende Knäuel. Auch werden die entbehrlichen Schließen nicht immer zu Zöpfen geflochten, sondern nur behälfsmäßig unterhalb der Schnürösen zusammengebunden, wobei sich die Schnüre verwirren. (....)." Allein in 1965 wurden 11 Millionen Stück vom Posttechnischen Zentralamt beschafft, wobei eine Bundschließe 6,2 Pfennig kostete. Das Ministerium ersuchte die OPDn, "die Dienststellen erneut auf die beobachteten Mängel und Verstöße aufmerksam zu machen (...). Vor allem bitte ich, auch bei dem Personal das Verständnis dafür zu wecken, daß die Schließen nicht als Verbrauchsgegenstand behandelt werden können, da im Hinblick auf die großen Mengen ihr Vermögenswert bedeutend ist. (...)"
Zitiervorschlag
Bundschließe/ Schnüröse für umfangreiche Briefbunde der Deutschen Bundespost, ; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 3.2017.1570,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/f669fac2-1033-4c05-a174-f7a810b12cc9 (zuletzt aktualisiert: 5.4.2026)