Päckchen, Karton vom Versandhaus Leipzig, geschickt nach Staßfurt als Wirtschafts-Postgut, Deutsche Post der DDR
Datierung
1962
Hersteller
unbekannt
Geografischer Bezug
Leipzig, Sachsen, Deutschland (DDR)
Geografischer Bezug
Staßfurt, Sachsen-Anhalt
Material
Karton
Farbe
beige, grün
Objektmaß (b x h x t)
260 x 160 x 35 mm
Gewicht
109 g
Systematik
Brief- und Kleingutverkehr/Transportbehälter und Traghilfen
Aufkleber
"WIRTSCHAFTS-POSTGUT, Versandhaus Leipzig, Lager und Versand, Markkleeberg-West, Nachnahme: 7 DM 30 Pf, (...), Ag 310 62 DDR (1-5-9) 1890" (Vorderseite)
Aufkleber
"54411 Leipzig N 18 Versandhaus Leipzig, (87/9) Ag 310/62/DDR 1148 C 29 b" (Vorderseite)
Objektart
Original
Inventar-Nr.
3.2022.42
Schlagworte
Päckchen, Wirtschaftspost, Deutsche Post der DDR, Leipzig, Sachsen, Stassfurt, Sachsen-Anhalt, Versandbestellung, Nachnahme, Markkleeberg
In den Erinnerungen der Poststellenleiterin von Volgfelde (Sachsen-Anhalt) Eva Maria Möhring hieß es dazu auf Seite 40/41 in "Die Post ist da": "Auch in der ehemaligen 'DDR' gab es damals zwei 'Versandhäuser'. Wahrscheinlich wollte man hinter der 'BRD' nicht zurück stehen. Jedenfalls war der Versand, als ich bei der Post anfing (Anmerkung: 1970) noch in vollem Gange. Es waren das Versandhaus 'Leipzig' und 'Karl-Marx-Stadt' (Chemnitz). Vor allem für die Landbevölkerung war es eine schöne Einrichtung. Man mußte nicht erst mit der Bahn oder Bus zur Stadt fahren um einzukaufen sondern hatte die Möglichkeit es bequem von zu Hause aus zu tun. Allerdings bekam nicht jeder einzelne Kunde, wie er es heute gewohnt ist, einen Katalog zugeschickt. Nur in Gemeindebüros, Konsum und der Post lag jeweils ein Exemplar zur allgemeinen Benutzung vor. Jeder Interessent konnte es sich für kurze Zeit ausleihen und das klappte auch gut. Ich bekam damals viel Arbeit mit den angelieferten Paketen und Päckchen, die alle als Nachnahme, also mit Sofortzahlung zum Kunden gebracht wurden. Heute kann man den Betrag durch eine Überweisung begleichen, aber das gab es damals nicht. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, zu welchem Zeitpunkt diese schöne Einrichtung langsam zum Ärgernis wurde. Immer häufiger mußte ich Benachrichtigungskarten austragen, worauf den Kunden mitgeteilt wurde, daß der gewünschte Artikel leider ausverkauft war, eine spätere Lieferung könne auch nicht mehr erfolgen. Dem Kunden wurde angeraten, z.B. bei Bekleidung einen ähnlichen Artikel auszuwählen. Damals mußte ich mir so manch ärgerliche Worte, natürlich zu recht gesprochen, anhören. Ja und dann war plötzlich alles vorbei, ganz sang und klanglos. Die Kunden fragten vergeblich nach dem neuen Katalog. Es kam keiner mehr, weder von Leipzig noch von Karl-Marx-Stadt. Der Betrieb wurde eingestellt, eine Information darüber erhielten wir nicht. Es war das Ende der Versandhäuser in der DDR."
Zitiervorschlag
Päckchen, Karton vom Versandhaus Leipzig, geschickt nach Staßfurt als Wirtschafts-Postgut, Deutsche Post der DDR, 1962; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 3.2022.42,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/e5326cf9-7d7a-4542-8cfe-4735257b196c (zuletzt aktualisiert: 27.9.2026)