Magnetkonten-Buchungsmaschine "P 354"
Visible Record Computer
Verwendung
ab 1973
Ersteinführung
1969
Hersteller
Philips Electrologica GmbH (1966 - 1976)
Benutzer
Chemische Fabrik Grünau AG (1938-1947)
Herstellungsort
Deutschland
Verwendungsort
Berlin, Deutschland
Farbe
braun; grau; silberfarben
Material
Kunststoff; Metall
Objektmaß (b x h x t)
1.280 x 1.070 x 800 mm
Gewicht
206 kg
Systematik
Datenkommunikation, Internet/Computer, Rechner, Datenverarbeitung/Rechner und Computer/Datenverarbeitungsanlagen
Schild
P 354, Philips (Vorderseite)
Typenschild
Philips, NC: 8709 2 18 12999, NR: 400 943 (Rückseite)
Klebezettel
Datum 13.04.1973 Masch.-400 943 (Rückseite)
Klebezettel
Philips Kundendienst Tel. 089 7146035 (seitlich)
Firmenlogo
Philips (Vorderseite)
Objektart
Original
Inventar-Nr.
4.2020.792
Bereits Ende der 1950er Jahre wurde das Prinzip des Magnetkontos (d.h. das Speichern von Daten auf Magnetstreifen) eingeführt. Größere Bedeutung erhielt es jedoch erst während der 1970er Jahre, als die elektronische Datenverarbeitung sich flächendeckend in den Unternehmen etablierte. Vor allem Buchungsmaschinen für die automatische, elektronische Buchführung waren dabei gefragt. Hersteller wie Olivetti, Nixdorf, Kienzle, IBM und andere stellten entsprechende Magnetkonto-Computer her, die mit einem Elektronenrechner, einer Tastatur für die Dateneingabe, einem Druckwerk für die Ausgabe der laufenden Buchführung und einem Magnetkontokartenleser ausgestattet waren. Spätere (Luxus-)Modell hatten zusätzlich eine digitale Anzeigefläche.
In der Frühphase dieser Entwicklung, Ende der 1960er Jahre, waren verstärkt "Visible Record Computer" gefragt, zu denen auch dieses Gerät zählt. waren zusätzlich mit einem Lochkartenleser ausgestattet. Sie waren zusätzlich mit einem Lochkartenleser ausgestattet und konnten dadurch sowohl als automatisches Einlesegerät als auch für die manuelle Eingabe genutzt werden. Die "Datenträger", die sogenannten Magnetic Card Ledger (MLC) im DIN A4-Format, wurden dabei mit sichtbaren Zeichen bedruckt und die Zeichen gleichzeitig auf einem Magnetstreifen auf der Rückseite des Papiers codiert und gespeichert. Auf diese Weise lag sowohl ein analoges Schriftstück als auch ein Digitalisat vor, das dann für die automatische Buchführung weiterführend verwendet werden konnte.
Die Magnetkonten-Buchungsmaschine "P 354" zählt zu den ersten "Visible Record Computern" und war zugleich auch eine der ersten Buchungsmaschinen der Philips Electrologica GmbH. Das Elektronikunternehmen Philips nahm 1966 das in Amsterdam ansässige Unternehmen Electrologica auf, das ab 1958 digitale Rechnerarchitekturen herstellte und stieg mit der neugegründeten Philips Electrologica GmbH (ab 1976 Philips Data Systems) in den vielversprechenden Industriezweig der elektronischen Datenverarbeitung ein. Bis dahin hatte das niederländische Unternehmen vor allem Halbleiter und Bildröhren hergestellt und sich mit Plattenspielern und Rundfunk-Empfängern einen internationalen Namen gemacht.
Aufgrund der hohen Anschaffungskosten, waren die Magnetkonten-Buchungsmaschinen Ende der 1960er Jahre nur für Großunternehmen interessant. Laut einem Klebezettel auf der Rückseite war dieses Gerät 1973 in der Chemischen Fabrik Grünau AG in Berlin im Einsatz, an der die Degussa AG seit 1921 eine Mehrheitsbeteiligung hatte. Nach seiner Ausmusterung kam es in das Rechenzentrum der Degussa AG (ab 2006 Evonik-Degussa GmbH) in Frankfurt, wo es als Teil einer Sammlung historischer Buchungsmaschinen und Bürocomputer aufbewahrt wurde. Die genaue Provenienz der Objekte wurde dort nicht dokumentiert, doch lässt sich in diesem Fall durch den Klebezettel die historische Benutzung glücklicherweise rekonstruieren. Mit Auflösung des Degussa-Standorts in Frankfurt im Frühjahr 2020, kam das Objekt - zusammen mit weiteren Buchungsmaschinen - dann in die Sammlung des Museums für Kommunikation.
In der Frühphase dieser Entwicklung, Ende der 1960er Jahre, waren verstärkt "Visible Record Computer" gefragt, zu denen auch dieses Gerät zählt. waren zusätzlich mit einem Lochkartenleser ausgestattet. Sie waren zusätzlich mit einem Lochkartenleser ausgestattet und konnten dadurch sowohl als automatisches Einlesegerät als auch für die manuelle Eingabe genutzt werden. Die "Datenträger", die sogenannten Magnetic Card Ledger (MLC) im DIN A4-Format, wurden dabei mit sichtbaren Zeichen bedruckt und die Zeichen gleichzeitig auf einem Magnetstreifen auf der Rückseite des Papiers codiert und gespeichert. Auf diese Weise lag sowohl ein analoges Schriftstück als auch ein Digitalisat vor, das dann für die automatische Buchführung weiterführend verwendet werden konnte.
Die Magnetkonten-Buchungsmaschine "P 354" zählt zu den ersten "Visible Record Computern" und war zugleich auch eine der ersten Buchungsmaschinen der Philips Electrologica GmbH. Das Elektronikunternehmen Philips nahm 1966 das in Amsterdam ansässige Unternehmen Electrologica auf, das ab 1958 digitale Rechnerarchitekturen herstellte und stieg mit der neugegründeten Philips Electrologica GmbH (ab 1976 Philips Data Systems) in den vielversprechenden Industriezweig der elektronischen Datenverarbeitung ein. Bis dahin hatte das niederländische Unternehmen vor allem Halbleiter und Bildröhren hergestellt und sich mit Plattenspielern und Rundfunk-Empfängern einen internationalen Namen gemacht.
Aufgrund der hohen Anschaffungskosten, waren die Magnetkonten-Buchungsmaschinen Ende der 1960er Jahre nur für Großunternehmen interessant. Laut einem Klebezettel auf der Rückseite war dieses Gerät 1973 in der Chemischen Fabrik Grünau AG in Berlin im Einsatz, an der die Degussa AG seit 1921 eine Mehrheitsbeteiligung hatte. Nach seiner Ausmusterung kam es in das Rechenzentrum der Degussa AG (ab 2006 Evonik-Degussa GmbH) in Frankfurt, wo es als Teil einer Sammlung historischer Buchungsmaschinen und Bürocomputer aufbewahrt wurde. Die genaue Provenienz der Objekte wurde dort nicht dokumentiert, doch lässt sich in diesem Fall durch den Klebezettel die historische Benutzung glücklicherweise rekonstruieren. Mit Auflösung des Degussa-Standorts in Frankfurt im Frühjahr 2020, kam das Objekt - zusammen mit weiteren Buchungsmaschinen - dann in die Sammlung des Museums für Kommunikation.
Zitiervorschlag
Magnetkonten-Buchungsmaschine "P 354", ; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 4.2020.792,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/d5ad1ab2-1964-4685-9e9d-a9629a381393 (zuletzt aktualisiert: 5.4.2026)