Empfänger des Telefons von Philipp Reis "Reproductionsapparat"
Stricknadelempfänger
Datierung
1864
Erfinder
Philipp Reis (1834 - 1874)
Hersteller
Johann Wilhelm Albert
Herstellungsort
Frankfurt am Main
Farbe
braun, grün
Material
Holz, Metall
Objektmaß (b x h x t)
280 x 60 x 100 mm
Gewicht
0,3 kg
Systematik
Drahtgebundene Telefonie/Frühe Fernsprecher
Objektart
Original
Inventar-Nr.
4.0.36193.2
Das aus zwei Teilen – dem Geber und dem Empfänger – bestehende Telefon stellt den Prototyp des ersten in Serie gefertigten Telefons dar. wie üblich ist dieses bei dem Mechaniker J. W. Albert in einer Kleinserie gefertigten Gerät signiert und nummeriert.
Als Empfänger diente Reis eine Kupferdrahtspule, die um einen dünnen Eisenkern gewickelt wurde. Bei früheren Experimenten hatte Reis hier eine Stricknadel verwendet, weshalb auch das Seriengerät fälschlich Stricknadelempfänger genannt wird, obwohl hier keine solche verbaut ist. Die vom Sender ausgesandten Stromimpulse flossen durch die Spule, wobei in Verbindung mit dem Eisenkern die Impulse wieder in Schallwellen umsetzte. Zur Verstärkung des Schalls bediente sich Reis eines Holzkästchens als Resonanzboden.
Technisch betrachtet kann der "Lautsprecher" von Philipp Reis nur sehr ungenügend funktionieren, da bei Reis - anders als der elektrodynamische Lautsprecher von Werner von Siemens 1878 - der Elektromagnet nicht an eine Membran gekoppelt ist und daher die Bewegungen der Spule nur sehr ungenügend in Schallwellen umsetzen kann.
Das Wirkprinzip des Reis'schen "Lautsprechers" wirft immer noch Fragen auf. Es wurde angenommen, dass die durch Magnetostriktion verursachten Längenänderungen des Eisenkerns den Schall erzeugen würden. Durch das Magnetfeld ändert sich die Ausrichtung der Elementarmagnete im Eisenkern und er erfährt dabei eine Längenänderung. Allerdings bewegt sich diese Längenänderung im Bereich weniger millionstel Meter (µm), so dass zweifelhaft ist, ob sich so Schall in hörbaren Frequenzen erzeugen lässt.
Vermutlich ist es einfach so, dass das System aus Spule und Magnetkern in Schwingungen versetzt wird, in dem sich entweder die Spule lose auf dem Eisenkern hin- und herbewegt oder aber sich Spule und Eisenkern gemeinsam in den seitlichen Aufhängungen bewegen. Trotz Resonanzkörper kann so kein genügender Schalldruck aufgebaut werden, worunter die Verständlichkeit beim Reis-Telefon sehr litt.
Als Empfänger diente Reis eine Kupferdrahtspule, die um einen dünnen Eisenkern gewickelt wurde. Bei früheren Experimenten hatte Reis hier eine Stricknadel verwendet, weshalb auch das Seriengerät fälschlich Stricknadelempfänger genannt wird, obwohl hier keine solche verbaut ist. Die vom Sender ausgesandten Stromimpulse flossen durch die Spule, wobei in Verbindung mit dem Eisenkern die Impulse wieder in Schallwellen umsetzte. Zur Verstärkung des Schalls bediente sich Reis eines Holzkästchens als Resonanzboden.
Technisch betrachtet kann der "Lautsprecher" von Philipp Reis nur sehr ungenügend funktionieren, da bei Reis - anders als der elektrodynamische Lautsprecher von Werner von Siemens 1878 - der Elektromagnet nicht an eine Membran gekoppelt ist und daher die Bewegungen der Spule nur sehr ungenügend in Schallwellen umsetzen kann.
Das Wirkprinzip des Reis'schen "Lautsprechers" wirft immer noch Fragen auf. Es wurde angenommen, dass die durch Magnetostriktion verursachten Längenänderungen des Eisenkerns den Schall erzeugen würden. Durch das Magnetfeld ändert sich die Ausrichtung der Elementarmagnete im Eisenkern und er erfährt dabei eine Längenänderung. Allerdings bewegt sich diese Längenänderung im Bereich weniger millionstel Meter (µm), so dass zweifelhaft ist, ob sich so Schall in hörbaren Frequenzen erzeugen lässt.
Vermutlich ist es einfach so, dass das System aus Spule und Magnetkern in Schwingungen versetzt wird, in dem sich entweder die Spule lose auf dem Eisenkern hin- und herbewegt oder aber sich Spule und Eisenkern gemeinsam in den seitlichen Aufhängungen bewegen. Trotz Resonanzkörper kann so kein genügender Schalldruck aufgebaut werden, worunter die Verständlichkeit beim Reis-Telefon sehr litt.
Zitiervorschlag
Empfänger des Telefons von Philipp Reis "Reproductionsapparat" , 1864; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 4.0.36193.2,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/c2991c51-57cf-4abf-8395-329859640c62 (zuletzt aktualisiert: 1.11.2026)