16 mm-Film "Aus der Geschichte des Fernsprechers"
Datierung
1929
Produzent
W. Achsel & Co. (1927 - um 1945)
Auftraggeber
Deutsche Reichspost, Filmstelle
Herstellungsort
Berlin, Deutschland
Farbe
schwarzweiß
Technik
16-mm Film; Tonfilm
Länge
169 m
Abspieldauer
15 min
Systematik
Medien/Film/Telekommunikation/Telefonieren
Objektart
Original
Inventar-Nr.
4.1.5019
Der 1929 gedrehte Dokumentarfilm veranschaulicht die Entwicklung des Fernsprechens. Originalaufnahmen von Arbeitern und Schauplätzen werden kombiniert mit Detailansichten der jeweils angesprochenen Neuerung im Fernsprechwesen. Bilder von Vermittlungssälen, von Beamtinnen beim Sprechunterricht und in der Bescheidstelle (Auskunft), an Laufbändern und Rohrposten oder Aufnahmen von Handwerkern bei der Beseitigung von Störungen auf Leitungsmasten wechseln ab mit Motiven zur Zugtelefonie, zur Verseilung von Kabeln oder schematischen Darstellungen der Leitungsnetze innerhalb der Städte und quer über Europa. Der Film würdigt zunächst Philipp Reis, der 1860 als Erster einen Apparat zur elektrischen Übertragung der Sprache baute; entsprechend erklärt der Film diese deutsche Erfindung zur Keimzelle des heutigen Telefons. Im Jahre 1881 wurde das erste deutsche Fernsprechamt in Berlin mit wenigen Anschlüssen eröffnet. Da man bald dessen wirtschaftliche Bedeutung erkannt hatte, wurde das Fernsprechnetz stark ausgebaut, weshalb die alten Vermittlungsschränke der Ämter dem Ansturm der Telefonate nicht mehr genügten und Vierfachumschalter, sogenannte Klinken, eingeführt wurden. Der Film zeigt in vielen Bildern die Arbeit von Männern und Frauen an unterschiedlichen Schranktypen. Der Betriebsstrom für die Teilnehmersprechstelle wurde zunächst kleinen Batterien entnommen, die in jeder Sprechstelle untergebracht waren; später erzeugte ein Kolbeninduktor den Wählstrom beziehungsweise versorgte man die Teilnehmer vom Amt aus mit Strom. Die Übertragung erfolgte über Freileitungen, die von unterirdisch verlegten Kabeln, die wesentlich besser vor Störungen und Schäden geschützt waren, abgelöst wurden. Da die Sprache schon auf verhältnismäßig kurzen Strecken sehr gedämpft übertragen wurde, war die Reichweite des Kabelnetzes zunächst relativ gering. Mit einer Erfindung des Physikers Puppin gelang es, die Reichweite auf etwa das Vierfache zu erhöhen, indem man Spulen in die Kabeladern einbaute. Durch die Braun’sche Verstärkerröhre erreichte man dann unbegrenzte Sprechübertragungsweiten. Eine große Erleichterung für die Telefonkunden brachte der Übergang zum Selbstwählerbetrieb. Über Fernsprechapparate mit Nummernscheibe konnte der Teilnehmer jetzt die Verbindungen selbsttätig erzeugen, was im Film an zahlreichen Apparaten demonstriert wird. Erste öffentliche Telefonzellen und einheitliche Nummern für Polizei, Feuerwehr und Notdienst entstanden. »Über Land und Meer hinweg«, so der Kommentar am Schluss des Films, »sind über den Großsender Nauen die entferntesten Länder des Erdballs zu erreichen.«
Zitiervorschlag
16 mm-Film "Aus der Geschichte des Fernsprechers", 1929; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 4.1.5019,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/8a6c636a-13ab-44b7-8042-4baf7ac27771 (zuletzt aktualisiert: 13.4.2026)