16 mm-Film "Der Störenfried"
Datierung
1938
Produzent
Tiller-Film
Auftraggeber
Deutsche Reichspost (1918 - 1945)
Regie
Carl Heinz Wolff
Herstellungsort
Berlin, Deutschland
Farbe
schwarzweiß
Technik
16-mm Film; Tonfilm
Länge
186 m
Abspieldauer
17 min
Systematik
Medien/Film/Telekommunikation/Funk
Objektart
Original
Inventar-Nr.
4.1.3712
Familienmitglieder unterschiedlicher Mietparteien verbindet die Lust am gemeinsamen Musizieren. Einer der Musikanten bekommt von seinem cholerischen Onkel ein Radio geschenkt, an dem die Familie aufgrund der starken Störgeräusche zunächst wenig Freude hat. Erbost wendet sich der Onkel mit seiner Reklamation an den Rundfunkhändler. Der erklärt ihm, dass die Störung nur örtlich bedingt sein könne, und rät ihm zu einem Anruf beim kostenlosen Rundfunkentstördienst der Post. Die herbeigerufenen Techniker suchen zunächst in der Wohnung des Radiobesitzers und anschließend im ganzen Haus nach der möglichen Störquelle. Im Verlaufe dieser Suche erklären die Techniker der erstaunten Familie Arndt, wie Störwellen entstehen und welche Ursachen sie auslösen, was Sendeenergie ist und wie wichtig eine Antenne für einen guten Empfang sei. Anschaulich erzählen sie Anekdoten, in denen sich die Suche nach der Störquelle als schwierig erwies. So kommt in einer Rückblende die Geschichte einer Störung ins Bild, die von einer Nähmaschine verursacht wurde und ein halbes Dort »verseucht« habe. Durch den Einbau eines kleinen Blockkondensators und den Ersatz der abgenutzten Kohlen wurde der Ort von den nervigen Störgeräuschen erlöst. An dieser Stelle betont der Techniker, dass die Reichspost die Störquelle nur suche, nicht aber behebe. Dies sei Aufgabe der Elektrohandwerker oder Händler. Mit Hilfe einer Messausrüstung (Koffer, Kopfhörer und Stabtaster) finden die zwei Techniker schließlich die Ursache der Störung: das gebraucht gekaufte »Heilgerät« der Familie Köppelmann, eine Art Massagestab. Als diese den Einbau eines Störschutzes verweigern, unterstellt ihnen der Techniker einen bedauerlichen Mangel an Gemeinschaftssinn. Die Schauspieler verkörpern bestimmte Charaktere, die dem Zuschauer durch die Überzeichnung Impulse zur Modifizierung seines eigenen Verhaltens bereitstellen. Da gibt es den Naiven, den Egoisten, den Choleriker und diejenigen, die im Besitz des Wissens sind und am Ende des Films die Botschaft vortragen: »Jeder muss begreifen, dass der Rundfunk dem Volk gehört. Jeder sollte teilnehmen können an dem Geschehen unserer großen Zeit.«
Zitiervorschlag
16 mm-Film "Der Störenfried", 1938; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 4.1.3712,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/5387ca41-f28d-418b-a2c5-79e6c3a07307 (zuletzt aktualisiert: 12.4.2026)