Briefkasten aus Baden mit Regenrinne
Datierung
1850
Hersteller
unbekannt
Geografischer Bezug
Baden, Baden-Württemberg
Material
Eisenblech
Farbe
blau
Objektmaß (b x h x t)
420 x 475 x 245 mm
Gewicht
15 kg
Systematik
Brief- und Kleingutverkehr/Briefkästen und Briefeinwurfklappen (Hausbriefkästen und andere Zustelleinrichtungen siehe dort)
Beschriftung
"Postbriefkasten...Nächste Abholung" und weißer Brief mit Siegel (Vorderseite)
Objektart
Original
Inventar-Nr.
3.0.1718
Schlagworte
Baden, Briefkasten, Großherzoglich badische Post, Reichspostmuseum, Baden-Württemberg
Zum Schutze des Kastens und der Briefe vor Nässe hat dieser an der Vorderkante eine kleine Regenrinne; die Datierung ist lediglich geschätzt.
Der Briefkasten stammt aus der Sammlung des Reichspostmuseums Berlin und wurde dort u.a. 1926 in der Dauerausstellung präsentiert (siehe verknüpftes Foto) und in der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) Nr. 8/ 1934, Seite 117 abgebildet. Anders als viele andere Exponate wurde dieses Museumsobjekt im Zweiten Weltkrieg nicht ausgelagert. Es verblieb in Berlin und gehörte später zum Grundstock des Postmuseums der DDR.
Im Ausstellungkatalog "150 Jahre Briefkasten" von 1973 wurde über die Anfänge der Briefkästen im Großherzogtum geschrieben: "In Baden wurde der erste Briefeinwurf am Oberpostamtsgebäude in Karlsruhe unter der Bezeichnung 'Brieflade' im Jahre 1819 in Betrieb genommen. Mit einer entsprechenden Bekanntmachung war das Publikum eingeladen worden, unfrankierte Briefe zu jeder Tages- und Nachtstunde in die Brieflade einzulegen. Fanden sich in der Brieflade freizumachende Sendungen vor, so wurden diese mit einem Porto-Tax-Zettel versehen und die Gebühren beim Empfänger oder Absender eingezogen. Nach einigen Jahren der Bewährung in Karlsruhe, brachte man im Laufe der nächsten Jahrzehnte bei allen Postexpeditionen und Postämtern die Brieflade an."
Im Bundesarchiv existiert ein Schriftwechsel des Reichspostmuseums aus der Zeit 1935/1936. Dabei geht es um einen stark beschädigten Landbriefkasten von 1880 (mit Posthorn an beiden Seiten) aus Hovedissen bei Leopolshöhe und die mögliche Gestaltung mit dem fürstlich lippischen Hoheitszeichen. Die Reichspostdirektion Karlsruhe (Baden) schrieb am 6. Januar 1936 an das Reichspostmuseum in Berlin: "(...) Im vorliegenden Fall dürfte es sich vermutlich um diesen badischen Briefkasten handeln. Es hat sich aber aus den hier noch befindlichen Akten weder der frühere Aufstellungsort noch die Herstellungsfirma dieses Briefkastens ermitteln lassen. Auch ist hier nichts Näheres über die Beschaffenheit usw. der früheren Briefkasten bekannt. Soweit aber aus dem wieder beigefügten Vorgängen ein Schluß gezogen werden kann, ist die Reichspostdirektion gleichfalls der Auffassung, daß es sich bei dem lippischen und dem badischen Briefkasten um ein Einheitsfabrikat handelt, das jeweils mit den Hoheitszeichen des Bestimmungslandes versehen worden ist."
Die Lippischen Landesfarben und die Badischen Landesfarben waren beide rot-gelb.
Der Briefkasten stammt aus der Sammlung des Reichspostmuseums Berlin und wurde dort u.a. 1926 in der Dauerausstellung präsentiert (siehe verknüpftes Foto) und in der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) Nr. 8/ 1934, Seite 117 abgebildet. Anders als viele andere Exponate wurde dieses Museumsobjekt im Zweiten Weltkrieg nicht ausgelagert. Es verblieb in Berlin und gehörte später zum Grundstock des Postmuseums der DDR.
Im Ausstellungkatalog "150 Jahre Briefkasten" von 1973 wurde über die Anfänge der Briefkästen im Großherzogtum geschrieben: "In Baden wurde der erste Briefeinwurf am Oberpostamtsgebäude in Karlsruhe unter der Bezeichnung 'Brieflade' im Jahre 1819 in Betrieb genommen. Mit einer entsprechenden Bekanntmachung war das Publikum eingeladen worden, unfrankierte Briefe zu jeder Tages- und Nachtstunde in die Brieflade einzulegen. Fanden sich in der Brieflade freizumachende Sendungen vor, so wurden diese mit einem Porto-Tax-Zettel versehen und die Gebühren beim Empfänger oder Absender eingezogen. Nach einigen Jahren der Bewährung in Karlsruhe, brachte man im Laufe der nächsten Jahrzehnte bei allen Postexpeditionen und Postämtern die Brieflade an."
Im Bundesarchiv existiert ein Schriftwechsel des Reichspostmuseums aus der Zeit 1935/1936. Dabei geht es um einen stark beschädigten Landbriefkasten von 1880 (mit Posthorn an beiden Seiten) aus Hovedissen bei Leopolshöhe und die mögliche Gestaltung mit dem fürstlich lippischen Hoheitszeichen. Die Reichspostdirektion Karlsruhe (Baden) schrieb am 6. Januar 1936 an das Reichspostmuseum in Berlin: "(...) Im vorliegenden Fall dürfte es sich vermutlich um diesen badischen Briefkasten handeln. Es hat sich aber aus den hier noch befindlichen Akten weder der frühere Aufstellungsort noch die Herstellungsfirma dieses Briefkastens ermitteln lassen. Auch ist hier nichts Näheres über die Beschaffenheit usw. der früheren Briefkasten bekannt. Soweit aber aus dem wieder beigefügten Vorgängen ein Schluß gezogen werden kann, ist die Reichspostdirektion gleichfalls der Auffassung, daß es sich bei dem lippischen und dem badischen Briefkasten um ein Einheitsfabrikat handelt, das jeweils mit den Hoheitszeichen des Bestimmungslandes versehen worden ist."
Die Lippischen Landesfarben und die Badischen Landesfarben waren beide rot-gelb.
Zitiervorschlag
Briefkasten aus Baden mit Regenrinne, 1850; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 3.0.1718,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/2f30accb-c106-45bf-93c5-5df8dade878a (zuletzt aktualisiert: 6.9.2026)