


Album mit 29 Radierungen "Croquis Japonais"
Datierung
1886
Zeichner
Georges Bigot (1860 - 1927)
Herstellungsort
Yokohama, Japan
Technik
Zeichnung
Material
Papier
Blattmaß (b x h)
316 x 465 mm zugeklappt
Blattmaß (b x h)
582 x 465 mm aufgeklappt
Bildmaß (b x h)
134 x 194 mm
Systematik
Kunst/Zeichnung
Beschriftung
CROQUIS / JAPONAIS. / par / G. Bigot. / 1886. / TOKIO (Vorderseite links)
Objektart
Original
Inventar-Nr.
4.0.10831
Schlagworte
Japan, Tokio, Offizier, Briefträger, Essen (Mahlzeit einnehmen)
Georges Ferdinand Bigot (geb. 7. April 1860 in Paris; gest. 10. Oktober
1927 in Bièvres, Essonne) war ein französischer Karikaturist und Illustrator.
Bereits mit zwölf Jahren konnte Bigot 1872 die École des Beaux-Arts in Paris besuchen und war Schüler von Jean-Léon Gérôme und Emile Auguste Carolus-Duran. Die damalige Mode des Japonismus weckte in ihm den Wunsch, Japan zu besuchen. Das notwendigen Geld beschaffte er sich ab
1880 durch eine Tätigkeit als Illustrator für »La Vie Moderne« oder Émile Zolas Roman »Nana«.
1882 kam er als Journalist nach Japan. Dort arbeitete er als Kunstlehrer für eine Militärakademie und unternahm ausgedehnte Reisen durch das Land. Er zeichnete Illustrationen für japanische Zeitungen und veröffentlichte mehrere Alben mit Radierungen in geringer Auflage, etwa »O-ha-yo« (1883) und »Mata« (1884).
1886 veröffentlichte er »Croquis Japonais«. Die Mappe enthielt 29 Radierungen plus Titel und Rückseite. Sie erlebte mehrere Auflagen, wobei je nach Auflage bis zur Hälfte der enthaltenen Abbildungen durch andere Darstellungen ersetzt wurden.
1887 gründete Bigot das französischsprachige Satiremagazin »Tôbaé«.
Darin illustrierte er für eine ausländische Leserschaft meist Szenen aus dem japanischen Alltag, karikierte allerdings auch die japanische Gesellschaft und Regierung der Meiji-Zeit, vor allem die Exzesse der rapiden Verwestlichung Japans. Bigots Verdienst liegt darin, die europäische Form der Karikatur in Japan bekannt gemacht zu haben. Wegen der japanischen Zensur erschien »Tôbaé« im damals exterritorialen Yokohama.
Während des Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg (1894-95) arbeitete Bigot wieder als Journalist und reiste nach Korea. Er heiratete eine ehemalige Geisha, doch nach Aufhebung der »Ungleichen Verträge« und dem Ende der exterritorialen Häfen in Japan 1899 kehrte er nach Frankreich zurück.
Dort arbeitete er für verschiedene Zeitschriften und veröffentlichte Karikaturen unter anderem zum Zweiten Burenkrieg und den Russisch-Japanischen Krieg. 1911 brachte er in der Zeitschrift L'Epatant erstmals einen Comic heraus, um sich schließlich wieder den Illustrationen zuzuwenden.
Diese Mappe wurde am 19.11.1891 von W. H. Kühl in Berlin für 3 M. 50 Pf erworben und unter der Nummer 1650 im Inventarbuch des Reichspostmuseums eingetragen.
1927 in Bièvres, Essonne) war ein französischer Karikaturist und Illustrator.
Bereits mit zwölf Jahren konnte Bigot 1872 die École des Beaux-Arts in Paris besuchen und war Schüler von Jean-Léon Gérôme und Emile Auguste Carolus-Duran. Die damalige Mode des Japonismus weckte in ihm den Wunsch, Japan zu besuchen. Das notwendigen Geld beschaffte er sich ab
1880 durch eine Tätigkeit als Illustrator für »La Vie Moderne« oder Émile Zolas Roman »Nana«.
1882 kam er als Journalist nach Japan. Dort arbeitete er als Kunstlehrer für eine Militärakademie und unternahm ausgedehnte Reisen durch das Land. Er zeichnete Illustrationen für japanische Zeitungen und veröffentlichte mehrere Alben mit Radierungen in geringer Auflage, etwa »O-ha-yo« (1883) und »Mata« (1884).
1886 veröffentlichte er »Croquis Japonais«. Die Mappe enthielt 29 Radierungen plus Titel und Rückseite. Sie erlebte mehrere Auflagen, wobei je nach Auflage bis zur Hälfte der enthaltenen Abbildungen durch andere Darstellungen ersetzt wurden.
1887 gründete Bigot das französischsprachige Satiremagazin »Tôbaé«.
Darin illustrierte er für eine ausländische Leserschaft meist Szenen aus dem japanischen Alltag, karikierte allerdings auch die japanische Gesellschaft und Regierung der Meiji-Zeit, vor allem die Exzesse der rapiden Verwestlichung Japans. Bigots Verdienst liegt darin, die europäische Form der Karikatur in Japan bekannt gemacht zu haben. Wegen der japanischen Zensur erschien »Tôbaé« im damals exterritorialen Yokohama.
Während des Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg (1894-95) arbeitete Bigot wieder als Journalist und reiste nach Korea. Er heiratete eine ehemalige Geisha, doch nach Aufhebung der »Ungleichen Verträge« und dem Ende der exterritorialen Häfen in Japan 1899 kehrte er nach Frankreich zurück.
Dort arbeitete er für verschiedene Zeitschriften und veröffentlichte Karikaturen unter anderem zum Zweiten Burenkrieg und den Russisch-Japanischen Krieg. 1911 brachte er in der Zeitschrift L'Epatant erstmals einen Comic heraus, um sich schließlich wieder den Illustrationen zuzuwenden.
Diese Mappe wurde am 19.11.1891 von W. H. Kühl in Berlin für 3 M. 50 Pf erworben und unter der Nummer 1650 im Inventarbuch des Reichspostmuseums eingetragen.
Zitiervorschlag
Album mit 29 Radierungen "Croquis Japonais", 1886; Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Inventarnummer: 4.0.10831,
URL: https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/detail/collection/1304988b-7a7f-45cb-b22e-8069e810056d (zuletzt aktualisiert: 30.3.2025)